Übern-Schreibtisch-Ferndiagnose

Die Haut ist gerötet und verknotet. Leider an einer ziemlich prominenten Stelle. Was liegt da also näher, als zu einer darauf spezialisierten Praxis zu gehen? Das Ostfriesland zwar wunderschön, aber nicht nur da inhaltlich auch hinter’m Mond liegen könnte, merkte ich am Freitag.

Im Umkreis von ungefähr 30 Kilometern gibt es genau drei (ja, wie die Zahl nach zwei) Hautarztpraxen, die alle mehr oder weniger, eher weniger gute Rufe haben. Hab‘ ich die genommen, die für Profilierung bei kosmetischer Hautbehandlung wirbt. Hat auch nur eine Woche gedauert, eine von den Damen am Grill -Verzeihung, ANMELDUNG- ans Telefon zu bekommen. War der Termin erst sehr viel später. Hatten dann alle alles durcheinander bekommen und saß ich dann über zwei Stunden im Wartezimmer. War ich schon ziemlich genervt im Behandlungsraum, eingehüllt in ein Triumvirat aus Tosca, Tabak und Old Spice. Hätte ich schon ziemlich auf die Leute einbrüllen können. Hab ich aber nicht gemacht. Kinderstube und so.

Naja, und dann saß ich vor einer sehr emsigen, mich völlig mit Worthülsen zuschallernden Hautärztin, die im Gegenlicht und auf einskommsfünf Meter Entfernung durch die Brille eine Kurzzeit-Blick-Diagnose machen konnte. Die mir auch gleich ein Langzeitantibiotikum verschrieben hat und meine Haut als sehr miserabel und Stadium 2 von 3 klassifiziert hat. Quasi eine lebende Frauenzeitschrift auf zwei Beinen. So richtig mit Missachtung meiner Person und ausgehend von standisierten Meinungen und Vorstellungen.

Oh man.

Jetzt ist es früh, die einzige Zeit, in der mein Festlands-WLAN kräftig genug für einen Blogbeitrag ist (ohja, in der neuen Festlandsburg kommt überall Glasfasernetzwerk hin!) ist und außerdem wollen wir gleich im Bushaltehäuschen auf den Überlandbus warten, der uns in einer Stunde zum nächst erreichbaren Bahnhof fährt, bevor es mit ein paar Zügen und Umstiegen Richtung Berlin geht. Sting spielt auf der Waldbühne, der Lieblingsinsulaner ist großer Fan und ich will noch in mindestens ein Museum, bevor mich die ostfriesische Pädagogenlandluft nächste Woche wieder komplett einlullt. Und wir beide wollen uns würdig von den letzten gemeinsamen Wochen verabschieden.

Das Tier sonnt sich derweil weiter im höheren Norden.

Auf bald!

Bis zum nächsten Mal!

Die Geschichte mit der Katze, die familienintern natürlich schon mit Namen und allem getauft wurde, hat ein vorläufiges Ende.

Nachdem der sensationell klischeehafte Herr F. aus Ordnungsamt X. mir am Telefon riet, eine Fundbescheinigung anzufordern, aber „neet mehr vandaag, wi hem’n all schloten. Mörgen sünn wi weer door.“*, habe ich mich im Netz schlaugemacht. Darum habe ich von einer Freundin einen Katzenkorb besorgt und bin mit Mieze zu unserem Tierarzt des Vertrauens gefahren. Die Herzhündin hatte sich schon abgefunden, dass da noch ein Fleckvieh auf dem Radar aufgetaucht ist. Die kompetente Arzthelferin hat schnell geschaut und siehe da, Mieze ist gechippt. Toll, sie hat ein Zuhause! Erster Gedanke.

Zweite Erkenntnis: Die Familie Mieze hat es versäumt, den Chip bei Tasso.de oder im deutschen Haustierregister zu registrieren. Dann bringt so ein Chip original —nichts. Den Informationen des regionalen Tierheims haben wir, meine Mutter und ich haben da mal echt unsere Teamkompetenzen gezeigt, entnommen, dass vermutlich zugelaufene Katzen versorgt werden sollen, damit sie nicht anfangen, Vögelchen zu fressen. Na, das ist ja mal gar kein Problem! Die Mieze hat also erstmal eine kleine Portion bekommen (soll ja keine Bauchschmerzen kriegen), die sie mit Inbrunst und Heißhunger vertilgt hat. Und nachdem alles so schön geregelt war, sie draußen einen kleinen Platz hatte und wir alle sie schon sehr willkommen geheißen haben, hat uns Mieze mal die kalte Schulter gezeigt und schnurrt wieder woanders rum. Wir wünschen dir alles Gute, du kleine Süße!

Aber: Die Hundedame des Hauses sagt mit ihren Blicken ganz klar: „Katzen, ey! Es heißt schon bei Thomas Mann: ‚Herr und HUND‘ und nicht ‚Herr und Katze‘. Denkt da mal drüber nach, Leute!“

Apropos Herzhund: Von der musste ich mich auch gerade verabschieden, sie macht Urlaub mit Oma und Opa in Nordfriesland. Ländervergleich und so. Da mal über’n Deich gucken. Also Geschirr um, Anschnaller dran und ab in’n Bulli. Tschüüühüüß!

Ach, die Festlandsburg ist ganz leer ohne Herzbube und Herzhund. Und ich, ich wollte ja mal; Achtung, Seemanswissen: Hebel on the table; so richtig viel losarbeiten. Hab‘ ich auch gemacht. Die Parkplatzfugen sind sauber, vor der Garage ist das Unkraut gezupft, die Beete sind wieder in Fasson, die Wäsche ist gewaschen und aufgehängt. Also alles, was man als Bildungsarbeiterin zur Vorbereitung des neuen Schuljahrs so richtig gut gebrauchen kann. Aber gut, ich habe die ganze Zeit dabei gedacht und Dinge im Kopf hin- und hergeschoben und so langsam entwickelt sich ein Plan. Wie sagt der Lieblingskollege der Ausbildungsschule immer so schön: Ich hatte heute viel vor. Jetzt habe ich morgen sehr viel vor.

Ich habe einfach ein bisschen gebraucht, mich mal wieder von der Insel loszueisen. Es geht zwar zügig wieder hin, aber die Sommerferienwochen sind schon immer besonders. Hier zum Beispiel: Vier feurige Pferde und ein Drachen. Mit ein bisschen weniger Plastik und nur mit den Namen kann man sich doch direkt ’ne tolle Geschichte ausdenken.

Das ist sowieso ’ne Idee. So JKR-mäßig eine siebenbändige Jugendbuchgeschichte über’n knackiges Thema entwerfen, super verkaufen, später mit Quentin Tarantino verfilmen und nie wieder Kerncurricula und Kompetenzorientierung!

IMG_3409

*“nicht mehr heute, wir haben schon geschlossen. Morgen sind wir wieder da.“

Fliegende Hunde und Hello Kitty

Die Hardware hat in den letzten Tagen auf der Sandbank den Streik angetreten. Während das Telefonnetz weiträumig gestört war, hat unser Router in der Burg endgültig den Geist aufgegeben und mich damit von WordPress abgeschnitten.

Dabei wollte ich euch doch unbedingt das Foto vom Herzköter zeigen. Nach einem hängemattenwarmen Sommertag sind wir gegen Abend, als es für das Hündchen auch wieder angenehmer war, schwimmen gegangen.

Planschen also. Im Priel. Das ist, für alle Landratten, eine Art kleine Wasserstraße zwischen Strand und nächster Sandbank. Dort gibt es viel weniger Wellen, je nach Wasserstand sind Priele ungefähr oberschenkeltief und ein bisschen wärmer als das ganz offene Wasser, weil es dort länger steht. Geographinnen würden jetzt den Albedo-Effekt erläutern, aber das Studium habe ich erfolgreich  abgebrochen. Googlet das ma schön selbst.

Jedenfalls war das Wasser so schön:

IMG_3230

Sie hatte so einen Spaß! Nachdem sie verstand, wie der Priel funktioniert; dass nämlich die tiefste Rinne Richtung Sandbank entsteht; hat sie von der Sandbank Anlauf genommen und ist dann mit, man kann es nicht anders sagen, ARSCHBOMBE reingesprungen. Wieder und wieder. Ihre Hundekumpelin war da deutlich skeptischer.

Sehr nass und glücklich sind wir dann heimgeradelt, bevor es noch genau zwei Bedürfnisse zu erfüllen galt: Fressen. Schlafen. In der Reihenfolge.

Ach, Tiere sind schon toll! Und dieser schlaue Herzköter ist selbstredend die beste Hündin von der Welt ♥

Inzwischen sind wir wieder mitten in Ostfriesland. Die Schule ruft schon in der Ferne und für einen entspannten Schulstart braucht es ein bisschen Vorbereitung. Wie das so ist mit den To-Do-Listen, sie sind schön herzustellen, sehen schick aus und werden gerne vergessen, habe ich auch gestern noch nicht ganz die Kurve gekriegt. Und das kam so:

Im Garten meiner Eltern streunt seit ein paar Tagen eine kleine und vermutlich noch junge Katze herum. Jetzt bin ich, wie man oben sehen kann, ja eher eine Hundefreundin, aber diese Katze ist schon toll. Erstmal ist sie sehr kuschelig, das finde ich gut. Dann hat sie sich ausgesprochen wenig von der Hündin beeindrucken lassen und schließlich scheint sie draußen sehr gut zurecht zu kommen. Natürlich sind gleich alle Mutterinstinkte mit mir durchgebrannt.

20160726_173318

Bei Facebook und in den angrenzenden Straßen meiner Eltern hängen jetzt Zettel aus, ob die jemand vermisst. In den umliegenden Märkten haben wir gefragt, da wird die Katze noch nicht gesucht.  Jetzt gleich fahre ich zu einer Freundin und besorge einen Katzenkorb. Falls die Katze heute Abend noch da ist, nehme ich sie mit zum Tierarzt und lasse prüfen, ob sie vielleicht einen Chip hat. Tätowierungen hat sie keine. Falls sie wirklich ausgesetzt ist, was in Ostfriesland als Urlaubsregion immer wieder vorkommt, und falls das für das Ordnungsamt und Tierheim okay ist, können wir uns vorstellen, die Katze zu nehmen.

Das wird ein spannender Tag!

Dor bün ik weer

Oh man, die letzten Versuche, einen Blog-Beitrag zu schreiben, sind samt und sonders gescheitert. Ich unterstelle jetzt, dass WordPress nicht smartphone-kompatibel ist. Die andere Erklärung wäre, dass ich schlicht und ergreifend zu unfähig war, die Software richtig zu nutzen. Also, auf jeden Fall hatte ich wunderschöne, eloquent-spritzige Beiträge verfasst, die nun natürlich alle in irgendeinem Orbit verschollen sind.

Sei’s drum.

Jedenfalls waren wir in Dresden und erneut haben wir ziemlich gequietscht ob der Schönheit dieser Stadt. Gut, das wird der Herzinsulaner jetzt von sich weisen, darum: ICH HABE GEQUIETSCHT VOR FREUDE!

Und weil Anreisen traditionell eher nicht so unser Ding sind, war es natürlich schon ziemlich spät, hatte ich die Kamera vergessen und so gibt es nur ein mittelgutes Handy-Foto:

20160715_220804

Es war sehr kitschig und sehr schön und einer lauen Sommernacht überaus angemessen.

Anderntags fuhren wir ein bisschen durch die Sächsische Schweiz. Schon toll, wie schön Deutschland so ist! Da gehen Felder in sanften Wogen über in kleine Wälder, dann stiehlt sich noch so eben am Rand ein kleines Flüsschen rein, über einer Kirche fliegt eine Schwalbe in der Sommerluft und im Dorfgasthof wird noch Knödel serviert.

Knödel! Für uns Kartoffel-Ostfriesen ja etwas ganz exotisches…

Das Fest war sehr, sehr schön. Neben gut sechzig Erwachsenen rannten auch 25 Kinder unter Grundschule durch die Gegend und haben dem ganzen Geschehen ihren Stempel aufgedrückt. Davon gibt’s zwar Unmengen Fotos, aber nicht hier.

Gelernt haben, wir dass wir Rückwege auch nicht sooo gut können. Nach fünf Staus und über acht Stunden Fahrt, waren wir ganz schön alle und sind ziemlich glücklich in die Festlandsburg eingefallen. Die neue Festlandsburg wird übrigens derzeit saniert:

IMG_3124

Wir freuen uns schon sehr auf den Aufbau. Die Jungs von der Handwerkerfirma haben echt ganze Arbeit geleistet. Voll toll!

Jetzt bin ich endlich wieder auf der Insel und mache nochmal ein paar Tage gar nix, bevor das neue Schuljahr geplant werden will. Auf der Überfahrt hierher waren ein paar schöne Motive dabei, aber die Kamera mal wieder nicht am Start. Dann ist heute auch endlich der wärmste Tag des Jahres (und er verdient diesen Titel sehr), darum habe ich mich in den unteren, ehemaligen Raucher-, Salon gekrümelt. Wegen der ehemaligen Raucherei ist die Klima-und Lüftungsanlage nämlich stärker als im oberen Salon. Und wer bin ich denn, dass ich langjährigem Insulanerwissen widerspreche? Ein Handyfoto durch die dreckige Scheibe hat es dann doch geschafft:

20160720_125755

Weiß zufällig jemand, wer dieser schnelle Gast ist?

IMG_3049 (2)

Der Piepsi hatte es sich auf der Komposttonne gemütlich gemacht und weil sein Kleid so schön ist, muss ich jetzt mal recherchieren, zu welcher Gattung man ihn geschoben hat.

Aber jetzt geht es erstmal ab nach draußen, Juli Zehs „Unterleuten“ wartet auf mich. In der Hängematte. Die im Schatten steht. Sommertag, ich komme!

Auf und davon

Der heutige Tage stand ganz im Zeichen der Vorbereitung. Es war ganz ungewohnt, nach wochenlanger Genusshaltung in der Hängematte, wieder sowas wie einen Plan zu haben. Aber: Hat geklappt.

Wir fahren rüber und weiter nach Dresden, weil wir am Wochenende an einem schönen Fest teilnehmen dürfen. Das Herztier kommt zur „Oma“ und darf ein paar Tage Kühe erschrecken, während wir unserem Auto ein bisschen Auslauf gönnen. In der Zwischenzeit wird die Lieblingscousine mit ihrer Familie das Haus hüten. Der Knirps der Familie freut sich schon auf das Beachsoccer-Turnier.

Es ist also für alle gesorgt. Damit es auch für alle schön wird, habe ich heute die (äußerst ungeliebte, darum meistens outgesourcte) Hausarbeit erledigt, staubsaugen, wischen, Betten beziehen, mich wundern, WO überall Hundehaare stecken… das Übliche eben.

Jetzt blinkt die Bude, das Tier ist nach einer wilden Partie Frisbee werfen müde gespielt und wir gehen nach dem Kofferpacken ab auf’s Sofa. Mit ein bisschen Wasser unter’m Kiel geht’s dann morgen rüber:

IMG_2420

Wo SIE ist, ist vorne

Sie laufen hinter- und nebeneinander durch die Trampelpfade, die sich inzwischen knietief in die Salzwiese gegraben haben. Es gibt zwei Wege, die sich zu einem verjüngen. Ganz vorne läuft die Schwarzhaarige. Sie gab das Zeichen zum Aufbruch, es ist an der Zeit für die Mittagsgetränke. Blondie und Braunie schlurfen hinterher, Seite an Seite.

Doch dann naht die Verjüngungstelle: Braunie guckt Blondie an, hebt den Kopf. Blondie tut es ihr gleich. Braunie legt die Ohren ein kleines Stück zurück, Blondie versteht. Sie ist die letzte der drei Stuten, die an gemächlich an mir vorüberziehen.

Ich stehe da und bin fasziniert von den Kommunikationsstrategien der Pferde. Ein kurzer Augenblick reicht, und schon sind die Verhältnisse geklärt. Ach, wenn ich doch auch so schöne große, bewegliche Ohren hätte… was würde ich den Leuten schnell zeigen können, wer nach vorne gehört!

IMG_1955

12 von 12 im Juli

Endlich ein Blog und endlich die Möglichkeit, bei 12 von 12 mitzumachen! Juhu!

„12 von 12“ ist eine Sammlung von Einblicken in BloggerInnen-Alltag, bei der am 12. eines Monats 12 Bilder vom Tag kommentiert präsentiert werden. Im Blog von Caro gibt es eine ganze Sammlung und jetzt ganz neu eben auch (hoffentlich) mit mir. Also auf in die Premiere (wenn denn alles mit der Verlinkung klappt) und ab 16.59 Uhr im Sheldon-Cooper-Style, wenn er auf die Comic-Con will, F5-F5-F5-F5-F5…

Viel Spaß beim Scrollen!

1) Heute früh nach dem Aufstehen, was ein bisschen später ausfiel, weil der Erbe von Slytherin mich wachhielt, entdeckte ich im Bad mein erstes Aquarium. Früher hat es mit den Urzeitkrebsen aus dem Yps-Heft nie geklappt, aber kaum steht ein Schraubglas Meerwasser hier rum: tada (bitte die WALL-E-Stimme dazudenken): Der kleine weiße Punkt ziemlich in der Mitte ist ein Krebschen.

Und wer sich jetzt fragt, warum da ein Schraubglas mit Meerwasser steht: Der Haut wegen.

IMG_2917

2) Nach der Katzenwäsche haben das Tier und ich uns auf den Weg gemacht, Brötchen zu holen:

IMG_2919

3) Mit der Beute, einem Müslibrötchen in der Größe einer kleinen Melone und einer Auswahl für den Lieblingsinsulaner, haben wir den Heimweg angetreten; ein Blick über den Deich zeigt, dass Ebbe ist und die hiesige Tierwelt auch zu den Langschläfern gehört:

IMG_2928

4 +5) Aber, gemeinsam sind sie stark, der Tag ist viel zu schön, um ihn zu verpennen. Das denken sich auch die Fellträgerinnen und legen los:

IMG_2937IMG_2930

6) Wieder in der Burg, werfen die Hündin und ich einen Blick in die Regionalzeitung. Zwei Kommunen weiter beratschlagen sie noch über den Haushalt von 2014, die Schützen sind wieder los und der überregionale Teil widmet sich der Heimkehr der EM-Sieger. Der Lieblingsinsulaner kehrt zurück und ärgert sich über ausgelaufenen Essig vom Käsesalat. Kann ich ja verstehen, aber es ist einfach zu schön, dass er wieder da ist. Die Bronchitis ist auch mit heimgekehrt, die hätte gerne auch wegbleiben können. Um das Reizklima zu nutzen, geht es dann ab an den Strand. Außerdem brauche ich neues Wasser, meine Krebse dürfen zurück:

IMG_2995

7) Am Strand macht der Wind das Baden zu kalt, darum geht’s heute nur mit den Füßen rein:

IMG_3000

8+9) Das sehen auch die Gäste so, die Strandkörbe sind noch alle verwaist. Nur dieses Fundstück gibt Rätsel auf: Statt „Nights in white satin“ lieber „Days in black cotton“?

IMG_2993

IMG_3013

10) Gegenüber von der Fußdusche (ohja, sowas Sinnvolles hat die Gemeinde hier wirklich hingebaut!) steht eine Distel. Sowieso stelle ich fest, dass ich mit der Kamera plötzlich auf viel mehr Blüten achte, als das sonst so der Fall war. Wieviel mehr Schönheit plötzlich um mich rum ist!

IMG_3014

11) Die Mittagszeit verbrachten wir sehr entspannt, die Wolken wurden von einem energischen Wind schnell weitergetrieben und gegen vier brach der Himmel entgültig auf. Flugs setzte ich mich auf’s Rad und fuhr zur Töpferin, denn am Wochenende brauchen wir ein Geschenk für eine sehr nette Familie:

IMG_3045

12) Und das Ende des Tages und all die schönen Zeiten dazwischen nutze ich tiefenentspannt in der Hängematte:

IMG_3046

Das sind sie: Meine ersten 12 von 12. Danke für’s Reinschauen!

Was die Lunge hergibt

Letzte Nacht, zu irgendeiner unchristlichen Uhrzeit (nebenbei: gibt es unmuslimische oder unbuddhistische Uhrzeiten?), hustet sich der arme Herzbube die Lunge fast aus dem Hals. Dieser Zustand hält nun schon eine Weile an und aus der Erfahrung des Winters wissen wir: Kann auch noch dauern. Damals habe ich mich monatelang mit einer fiesen Bronchitis rumgeschlagen, ohne das eines der üblichen oder unüblichen Mittelchen geholfen hätte. Letztlich haben es viel Schlaf und Hustentee in Großkanistern geschafft und irgendwann war’s dann vorbei.

Reichlich unausgeschlafen erfolgte heute morgen darum der Abschiedskuss, der Lieblingsinsulaner macht rüber und kommt erst morgen wieder. Aus diesem Grund müssen das Punktevieh und ich uns eine Alternative überlegen; Das übliche „Juhu, wir sind ausgeschlafen und freuen uns auf ein Entertainment von dir“-Gebrabbel, dass der Mann sonst allabendlich in den Ferien zu meistern hat, muss einem ausgefuchstem Plan weichen.

Der führte zunächst ins Dorf, zu einer Verabredung mit einer Kollegin und ihrem Baby. Die Kleine präsentierte uns dann ausdauernd, was Lungen außer Husten und Pfeifen noch können, nämlich die Grundlage für bemerkenswert lautes Gebrüll sein. Die Lütte kriegte sich gar nicht wieder ein. Liegen falsch, sitzen falsch, füttern falsch, auf den Arm nehmen ganz falsch, ach, manchmal ist das Leben ein schweres Los. Es wäre aber doch gelacht, wenn in der frischen Nordseeluft mit einer steifen Brise von West-Südwest nicht genug Aerosole mitfliegen würden, die auch diese Lungen wieder beruhigen. Und so war es dann auch: Während eines strammen Spaziergangs schlief sie nämlich ein und wir, ihre Mama und ich, konnten uns über unseren Beruf und das Drumherum austauschen.

Wieder in der Burg haben das Tier und ich eine große Hunderunde gedreht, bevor wir uns in einer Schutzhütte hingesetzt haben und dem Treiben lauschten. Mit der Aussicht auf grün (Deich) und grau (Himmel) werden die Geräusche in diesem kleinen Kabuff plötzlich viel wichtiger und interessanter. Die herannahenden Kutschen kann das trainierte Ohr nach einer Weile gut unterscheiden, bei dem einen klimpern die Eisen, bei dem anderen quietschen die Bremsen, das nächste Gespann ist groß und stark und lässt die Erde beben, ein weiteres trippelt eilig davon…

Und am Strand sitzen die Möwen und warten auf das nächste Niedrigwasser, das ihnen wieder Krabben in die Priele spült.

IMG_2681.JPG

Am Ende der Welt

Die Tide meint es gut mit uns, denn heute war beides möglich: Ausschlafen und ans Ende der Welt fahren. Wenn bei ablaufendem Wasser der feste Sandboden ans Licht kommt, bietet sich der heimischen Fahrradbesitzerin nämlich die Chance, ein Stück Unendlichkeit zu erleben. Heimische Fahrradbesitzerin deswegen, weil es die örtlichen Fahrradverleihe gar nicht gerne sehen, wenn ihre Drahtesel mit Salzwasser verkrustet wieder bei ihnen einkehren. Aber mit den ollen Fietsen geht das ganz gut. Profi-Tipp: Mit Gegenwind an der Straße hin und zurück dem Wind davonrollen.

IMG_2778

Die Gänse halten ein Sonntagsnickerchen. Nur die Eine hat Pech beim Streichholzziehen gehabt und muss Wache schieben.

IMG_2785

Vor uns war nur der einsame Jogger früher unterwegs.

IMG_2787

Niemand ist eine Insel, aber der da hat eine ganz für sich allein. Und für die hundertausend Vögel, die ihm jedes Jahr den Strandhafer vom Kopf fressen. Sollen sie doch, er passt auf, dass niemand kommt und sie stört.

IMG_2797

Die Schönheit des Moments.

IMG_2815

Trottelummen auf ihrem Weg. Für sie zum Beispiel ist der Nationalpark, der ja inzwischen auch Weltnaturerbe der UNESCO ist, ein echter Glücksfall. Die Naturschützer haben beobachtet, dass diese Vögel wieder zu ihrem alten Brutverhalten auf der offenen Fläche zurückkehren. Auf dem Festland brüten sie wegen der vielen Feinde inzwischen auf Bäumen.

IMG_2818

In dieser Haltung kann man die Trottelummen häufig antreffen. Der Wind pustet ihnen ihr Gefieder wieder trocken, gelegentlich drehen sie sich dazu im Wind wie eine sehr langsame Spielfigur zu einer Musik, die nur sie hören.

IMG_2834

Dem Nichts entgegen, solange es noch geht. In ein paar Stunden ist die Flut zurück.

IMG_2707

Wohl der, die dann ein ein Floß hat.

IMG_2800.JPG

…wir sehen uns am Strand!

Endlos lange Sommertage

Ganz Ostfriesland beschwert sich: zu nass, zu windig, zu wenig Sonnenschein und überhaupt war früher alles besser.

Den Beweis, dass dem nicht so ist, haben heute die Nachbarskinder angetreten. Klar, auch hier hat es in den vergangenen Tagen zu viel geregnet und kalt war es auch, aber heute – HEUTE!- scheint die Sonne. Und das nutzt die Truppe draußen von der ersten Sekunde an richtig, denn in Windeseile werden auf dem Pferdeweg Fußballtore rangeschleppt, die Oberbekleidung dem Lieblingsspieler gewidmet und ab geht’s. Sie wollen „Hittracks“ und „Faoul-Elwer“ ebenso ins Spiel bringen, wie unser Herzköter hinterm Zaun bleiben soll. Oder Balljunge werden. Beides klappt nicht, aber -ach, vergessen.

In der Mittagspause rufen kochende Väter, arbeitende Mütter und familienzusammenhaltende Omas die Baggage rein, aber nach nur zwanzig Minuten – die Spagettireste kleben noch im Mundwinkel – treffen sich alle schon wieder draußen.

Die Fußballerfraktion erfährt Restriktionen, es ist Mittagsruhe und die wird in Kur- und Urlaubsorten eingehalten, verdammich! Was also tun? Zur Unterstützung der Ideenfindung schwingen sich die Heldinnen der Sommerferien auf ihre Räder und düsen „um’n Pudding“, dann ist die Idee reif: Es geht ab an den Strand. Die derzeitige Tide mit auflaufendem Wasser erlaubt sogar schwimmen. Das kann doch kein Zufall sein.

Was bleibt, ist ein Echo in der Luft, dass die Sommertage heute genauso schön sein können, wie sie in unserer Erinnerung schimmern. Danke, Jungs und Mädels, dass ihr mir das wieder vor Augen geführt habt.

IMG_2546

IMG_2437