Diese Rotzlöffel!

Da mache ich und tue ich und beantworte jede noch so beknackte Frage, weil ich mir denke, dass eine laut gestellte Frage immer noch besser als unwissendes Schweigen ist, und wie dankt die Bande mir das? Mit einem Benehmen, das wirklich wenig Erziehung und Anstand bezeugt.

So.

Ich will jetzt auch endlich mal wie die Lehrkräfte der vergangenen zweieinhalbtausend Jahre über die „Jugend von heute“ sprechen. Mangels eigener Kinder brauche ich auch nicht das Mantra vorbeten „Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase“. Ich geb‘ die am Ende eines Schultages wieder ab. Den ein oder anderem habe ich dann etwas in sein Heft geschrieben, bei wiederholtem Vorkommen auch in die Schülerakte.

Allein: Es nützt nichts.

Ich mag diese Klasse wirklich gerne und bin damit meistens allein auf weiter Flur. Im Lehrerzimmer ist sie gerne Thema und wie wir von den Absatzzahlen der Klatschpresse wissen, sind es nicht die braven, unschuldigen Themen, die die Verkaufszahlen nach oben schnellen lassen.

Äh, wo war ich? Ach, die Klasse. Wir kennen uns jetzt aber schon das vierte Schuljahr und haben auch einiges schon durchgestanden. In den allermeisten Fällen können wir uns aufeinander verlassen, aber im Moment möchte ich sie alle gerne… Unkraut zupfen, Heu stapeln, Straßen pflastern, Akten sortieren, im Schraubenlager Inventur machen oder Kindergeburstage als Animateure durchstehen lassen. Also auf jeden Fall etwas, wo sie sich wirklich anstrengen müssen. Vielleicht hülfe das, die Chancen, die in wirklich vielseitigen Lernsettings stecken, anzunehmen. Oder zumindest in der Phase der Präsentation der Gruppenarbeitsergebnisse nicht anzufangen, sich im Mastubieren zu üben (angezogen, so schlimm isses noch nicht) oder andere Unflätigkeiten von sich zu geben. Ein bisschen mehr Respekt gegenseitig und gerade der Klassengemeinschaft gegenüber.

Man, war ich genervt. Ich habe direkt die Gruppenarbeit abgebrochen und ihnen einen Einzel-Schreibauftrag gegeben. Und eine Moralpredigt. Moralpredigten kann ich ziemlich gut, sogar mit eingeschobenen Nebensätzen während des Monologs und ja, ich merke sogar, wie sich dabei meine Brille senkt und die Augenbraue hochgeht.

Das ich sie aber heute nicht gegrüßt habe, als sie von mir Nachhilfe in der Artenbestimmung von Nutzpflanzen haben wollten, das hat sie dann doch geprellt.

Leute, ihr nervt mich. Aber ich geb‘ euch nicht auf. Der nächste Text kommt und an dem werden wir beispielhaft Probleme erörtern und Lösungen erarbeiten. SO.LANGE.BIS.IHR.ETWAS.MEHR.RESPEKT.ZEIGT!

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