Kutschenfahrtraining und Achtung, Flugzeug!

Mit dem Kutschenfahrtraining geht es gut voran. Gestern war ich viele Stunden an der frischen Luft und bin mit meiner Fahrlehrerin durch die Gegend gecruist. Gezogen wurden wir von den braven Stuten, die aber auch wirklich ganz genau merkten, wenn ich die Leinen in die Hand bekam. Sofort wurde die Geschwindigkeit gedrosselt und der „Alles-easy-Gang“ eingelegt. Ich war hochkonzentriert und mit den Fahrleinen beschäftigt, da war kaum noch Platz, die Peitsche richtig einzusetzen und die Pferde anzutreiben. Die Peitsche ersetzt beim Fahren die Sitz- und Schenkelhilfen, die ich beim Reiten sonst mit den Beinen geben kann. Korrekt nach Achenbach gearbeitete Pferde fahren mit Blendklappen. Bei dem Wort weiß ich auch nicht, was ich besser finden soll: Scheuklappen finde ich ungünstig, weil ich keine scheuenden, unkontrollierten Pferde möchte, aber nach der Szene damals in „Slumdog Millionaire“ möchte ich auch keine geblendeten Pferde fahren. Naja. Jedenfalls eine Vokabel, die ich mir gut merken kann. Also, was ich eigentlich sagen will: Wenn die Pferde nur noch vorne gucken können, sehen die ja logischerweise nicht, was hinten passiert. Da die Pferde aber nahezu immer in unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen, muss das langsamere ein bisschen mehr motiviert werden, ohne, dass das schnellere Pferde diese treibende Hilfe mitbekommt und noch eiliger wird. Darum die Blendklappen, darum die Peitsche. Die wird nämlich hinter dem Kammdeckel, jenes Lederstück was einmal rundum den Bauch und Rücken des Pferdes führt, angelegt und soll so das Pferd daran erinnern, ein Brikett mehr in den Ofen zu legen. An dieser Stelle war ich dann aber regelmäßig aus dem Konzept, denn ich muss ja gleichzeitig die Fahrleinen korrekt in der Hand halten und auch bewegen. Da wird die eine Leine über den Handrücken geführt, die andere eingedreht und bei zu langen oder zu kurzen Leinen muss alles Hand-vor-Hand gehen. Das ist alles ganz schön ungewohnt. Ich werde in den kommenden Wochen ganz viel mit den Hundeleinen an der Türklinke üben, bis das sitzt. Vorher geht hier keine Ostfriesin in irgendeine Prüfung!

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Hier seht ihr eine Momentaufnahme des gestrigen Arbeits- und Trainingstages. Wir haben das Boot vom Hafen zum Winterquartier gezogen und sind dann wieder zu den Gästetreffpunkten kutschiert, um Rundfahrten anzubieten. Ich habe das ja schonmal jahrelang gemacht, das war also in vielen Teilen ein sehr heimeliges Gefühl. Gleichzeitig war ich ganz schnell ganz platt, weil „Du büst ja heel nix mehr went“ (du bist ja gar nix mehr gewöhnt). Das Schreibtischtätärätä hinterlässt Konditionsspuren.

Abends haben wir dann noch eine Theorieeinheit durchgezogen, an den braven Ponies „Bock“ und „Böckchen“:

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Wir haben geübt, wann welcher Lederstrang wo und mit welchem Maß ans Pferd kommt, wann und wo die Leinen zusammengebaut werden und wie die verschiedenen Handhaltungen für unterschiedliche Zwecke aussehen. Da merkte ich aber schon, dass, auch wenn nicht ganz lehrbuchkonform, ich im Grunde das Meiste hinbekomme. Jetzt gilt es also, den Feinschliff rein- und die angewöhnten Unarten rauszukriegen.

Ende, Absacker, Bett.

Sehr lange, denn heute haben wir ein sehr gemütlichen Samstag verbracht. Nach einer ganzen Zeit im Bett, bei der ich Großteile des Internets leergelesen habe, haben wir die Räder geschnappt und sind Richtung Italiener aufgebrochen. Der hat sein Restaurant ein gutes Wegstück von uns entfernt und wir haben bei ordentlich Gegenwind eine schöne Radtour gehabt. Ich liebe das Gefühl von Wind am ganzen Körper. Als ich für Studium und Ref. in Gegenden war, wo es weniger Wind gab, ist mir erst aufgefallen, wie wichtig er für mich ist. Klar fahre ich auch lieber mit Rückenwind, aber trotzdem: Am ganzen Körper diesen Drück zu spüren, der mir den Kopf freipustet und mir zeigt, dass er stärker und größer ist als ich, das gefällt mir schon sehr.

Unterwegs habe ich die Knippse in die Gegend gehalten:

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Später haben wir noch eine kleine Tour zum Flugplatz unternommen, wo wir gewarnt wurden:

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Die Flugzeuge fliegen hier tief, also Kopf einziehen. Hab ich gemacht, jedenfalls so halb:

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So schön darf es gerne weitergehen.

Und wie ist der Oktober bei euch?

Ein Gedanke zu “Kutschenfahrtraining und Achtung, Flugzeug!

  1. blogbellona 24. Oktober 2016 / 14:13

    Der Oktober ist vor allem schon wieder fast vorbei, sehe ich gerade. Oh man, ich krieg eine Krise wenn ich merke wie die Zeit rast… Naja, jedenfalls ist der Oktober bei mir vollgepackt, schön, anstrengend. Und wettertechnisch im Vergleich zu den ganzen letzten Jahren sehr enttäuschend. Gerade jetzt, wo ich mich nicht mehr einfach zu Hause einkuscheln kann. 😉

    Liebe Grüße

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